Was ist ein VPN-Service? Welchen Nutzen ziehen Anwender daraus?

Was ist VPN?

VPN steht für “Virtuelle Private Netzwerkverbindung”.

Diese Technik wird verwendet um zwischen zwei Geräten oder einem Gerät und einem ganzen Netzwerk, eine vertrauliche Verbindung über fremde Netze herzustellen.

Also kurz gesagt: “Ein Gerät wird mittels VPN zu einem Netzwerk sicher verbunden, über das Internet.”

Die Verbindungen sind dabei gleich zu sehen wie Verbindungen die über ein Kabel oder eine Wifi Verbindung zu Stande kommen. Das sich anmeldende Gerät, erhält wie auch am Heimrouter, eine interne IP-Adresse zugewiesen und kann dann über das verbundene Netzwerk (VPN-Server) auch das Internet nutzen.

VPN-Services sind nicht nur Software.

Ein VPN-Anbieter betreibt einen Service, der im Normalfall aus einer “Zugangssoftware” und verschiedenene “VPN-Servern” besteht, welche an verschiedenen internationalen Standorten angesiedelt sind. Dabei ist das Hauptaugenmerk auf der verschlüsselten Datenübertragung vom Endgerät bis zu einem VPN-Standort. Über diesen Standort wird das Internet nutzbar, allerdings mit einer sich veränderten und zumeist auch nicht zurückverfolgbaren IP-Adresse (Internetkennung). Damit können sich die Anwender dabei darauf verlassen, dass lokale Netzwerke die eigenen Daten nicht mehr einsehen können, und der Anwender zugleich Webseiten und andere Dienste darüber “Anonym” nutzen kann.

Verschiedene Übertragungsarten sind dabei möglich und Grade der Schlüssellängen

Die VPN-Anbieter setzen für gewöhnlich bei der Anbindung der Nutzer auf bekannte und bewährte Übertragungsarten, auch VPN-Protokolle genannt. Typischerweise sind hier “OpenVPN”, “PPTP”, “L2TP” und andere angeboten. Das Übertragungsprotokoll kann zudem mit verschiedenen Verschlüsselungsarten und auch Schlüssellängen (Grad der Verschlüsselung) genutzt werden. Durchgesetzt hat sich heute mindestens eine Verschlüsselung mit einem 128-bit  (Equivalent zu einem Passwort mit 128 Zeichen) Schlüsselsatz. Es gibt aber auch Anbieter die bis zu 256-bit verwenden. Höhere Verschlüsselung wird aufgrund des steigenden Ressourcenverbauches, welcher dann auch die Endgeräte stark beeinträchtigen würde und auch damit die Geschwindigkeit reduziert, nicht verwendet.

VPN-Zugangssoftware (VPN-Client) – Worauf zu achten ist.

Die Zugangsssoftware wird im Normalfall durch den VPN-Anbieter kostenfrei zur Verfügung gestellt. Je nach Service wird dabei zumeist Software für die Endgeräte mit Windows, MacOS, sowie Apps für Android und Apple iOS angeboten. Dies sollte bei der Auswahl eines Anbieters auch ein wichtiges Kriterium darstellen. Darüber hinaus gibt es Anbieter die auch eigene Anwendungen für andere Betriebssysteme zum Beispiel: Linux, Heim-Router-Betriebssysteme und andere anbieten. Ebenso ermöglichen einige, aber nicht alle VPNs, auch Geräte durch die gängigen Standards direkt anzubinden. Also auch in vielen Geräten und Betriebssystemen sind bereits VPN-Client Standards implementiert. Diese Integrationen können dann dazu genutzt werden können um das Gerät auch OHNE eine zusätzliche Software durch die manuelle Eingabe der Konfigurationsdaten des Services zu verwenden. (Beispiel: NAS Synology, Qnap, aber auch Android, iOS, Windows Phone, Blackberry und viele andere) Wichtig dabei ist, dass der VPN-Service auch das entsprechende Protokoll, welches auf dem Gerät bereits implementiert ist auch anbieten kann und die Nutzung nicht nur unter dem Vorbehalt der eigenen Zugangssoftware eingeschränkt hat.

Ist man wirklich “Anonym” wenn man einen VPN-Service verwendet?

Nein. Diese Fragestellung ist überdies etwas zu breit formuliert.

In der Tat ist es so, dass man durch einen VPN-Service eine gewisse “anonyme” Nutzung des Internets erwarten kann. Es ist aber am Ende auch so, dass jedes Mal wenn man mit dem Internet verbunden ist auch Spuren hinterlässt.

🛑 Normale Nutzung des Internets OHNE VPN Service

Bei der normalen Nutzung, weiss der eigene Internetanbieter wo man ist und auch welche IP-Adresse man zu welchen Zeitpunkt durch Ihn erhalten hat und verwendet. Ebenso welche Webseiten man aufruft, oder welche Services man über das Internet verwendet. Daher ist damit auch klar, wer hinter einem Nutzer im Internet steckt.

🆗 Nutzung des Internets MIT einem VPN Service

Wenn man einen VPN verwendet, dann weiss zumindest der VPN-Service ebenso die reale IP-Adresse des Nutzers. Der eigene Internetanbieter kann aber fortan nicht mehr erkennen, welche IP-Adresse der Nutzer über einen VPN erhalten hat oder verwendet. Ebensowenig sind für den ISP (Internet Service Provider) die Aktivitäten des Nutzer noch einsehbar. Am Ende ist daher in diesem Fall dennoch wichtig, dass man auch dem VPN-Service vertrauen muss.

Vertrauen und unseriöse VPN Services

Wer diesen Umstand berücksichtigt, der wird auch sehr schnell feststellen, dass man dem VPN-Service fortan “Vertrauen schenken” muss. Das bedeutet, dass ein VPN-Service ebenso die eigene Identität verfolgen könnte, ebenso alle Aktivitäten die man im Internet durchführt. Das zu nutzen und den Nutzer zu überwachen, widerspricht den normalen VPN-Services, welche für deren zahlende Kunden daher auch die bestmögliche Datensicherheit bereitstellen.

Kostenlose VPN haben immer ein Interesse

Anders verhält es sich aber mit “kostenlosen VPNs” welche meistens darauf abzielen, die Nutzer noch genauer überwachen zu können und deren Daten auch an Dritte weitergeben. Wer nun denkt, dass ein VPN service der nichts verlangt das doch nicht tun würde, der wird schnell eines besseren belehrt sein.  Du solltest bedenken, dass die Bereitsstellung eines VPN-Services an vielen Ecken Geld kostet. Das ist dann auch noch so, dass je mehr Nutzer einen Service verwenden, desto deutlicher steigen die Kosten an, welche ein Service zu bezahlen hat. Dies ist nicht mit Werbeeinnahmen alleine zu decken, oder der Service bietet eben kaum Ressourcen und ist daher dann langsam und nicht zu gebrauchen.

Kostenlose VPN-Apps

Das kistenfreie VPN-Apps auch für Smartphone in großer Zahl vorhanden sind, sollte einen nicht den Blick darauf versperren, dass diese Apps in 9 von 10 Fällen der Überwachung und Abfrage von Identitätsdaten der Geräte veröffentlicht wurden. Mittlerweile haben zwei Studien von Universitäten nachgewiesen, dass dies der Fall ist und erhebliche Probleme für die Sicherheit der Daten der Nutzer dabei festgestellt. Ich möchte an dieser Stelle erneut daran erinnern: “Wenn man einen VPN nutzt, dann muss man dem Betreiber sehr vertrauen können!” Apps die von Firmen veröffentlicht werden, deren Nationalität oder auch Kontaktmöglichkeiten offline nicht vorhanden sind, sollte man besser nicht vertrauen!

 

 

HideMy.Name VPN Service Testbericht

HideMy.name (ex. InCloak VPN) ist ein Anbieter, welcher von einem russischen Unternehmen, welches seinen Sitz für den Betrieb auf den Seychellen angemeldet hat betrieben wird. Der Anbieter zeichnet sich durch den Betrieb von Servern in vielen verschiedenen Staaten aus und bietet zudem ein System, welches vollständig ohne ein Benutzerkonto auskommt. Im Grunde kauft man sich nur per Vorauszahlung eine Zugangsnummer mit einer bestimmten Zeitdauer an Gültigkeit und kann damit den Service auf beliebigen Geräten einfach nutzen. Daher werden beim Anbieter weder andere Daten wie E-Mail oder Zahlungsdaten gespeichert und man kann den Service damit sehr anonym nutzen.